01. Informationskampagne „Freie Wärme“ – Unsere Ziele

Johannes Kaindlstorfer
Webseite "Freie Wärme"

Bauherren, Hauseigentümer, Mieter und Vermieter aber auch Kommunalpolitiker und Bau-Fachleute wie zum Beispiel SHK-Fachhandwerker und Schornsteinfeger werden ab sofort unter www.freie-waerme.de über so genannte Verbrennungsverbote und Anschlusszwänge informiert. Denn durch diese planwirtschaftlich motivierten Reglementierungen können Verbraucher in über 1.000 deutschen Städten und Gemeinden ihr Heizsystem und den damit verbundenen Energieträger nicht mehr frei wählen. Tendenz steigend. Gründe hierfür sind die von den Kommunen ausgesprochenen Benutzungszwänge von Nah- und Fernwärmenetzen. Dies ist wegen langfristiger und kostenintensiver Wärmelieferverträge vor allem für Bürger aber auch für die mittelständisch geprägte, kommunale Bauwirtschaft mit spürbaren Nachteilen verbunden.

Um diesem Eingriff in den freien Markt entgegenzuwirken, wurde die bundesweite Informationskampagne „Freie Wärme“ gestartet. Ziel der beteiligten Unternehmen und Verbände ist es, über die Vorteile eines freien Wärmemarktes und die damit einhergehende freie Wahl des Heizsystems und des Energieträgers zu informieren. Eine ständig aktuelle Karte auf der Website zeigt an, in welchen bundesdeutschen Gebieten bereits Verbrennungsverbote oder Anschluss- und Benutzungszwänge umgesetzt wurden. Daneben bietet das Portal eine Reihe von Hintergrundinformationen, welche Möglichkeiten man als Betroffener hat, den Reglementierungen durch die Kommunen entgegen zu wirken.

Auf Seiten der Kommunen sind es vor allem finanzielle Gründe, die zu Eingriffen in den freien Wärmemarkt führen. Ohne reale Kosten-/Nutzungsberechnungen verhindern planwirtschaftliche Strukturen den kostenoptimierenden, marktwirtschaftlichen Wettbewerb um die energetisch besten Lösungen. Damit stehen im Rahmen der Energiewende nicht nur die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung auf dem Spiel, sondern der gesamte Wärmemarkt – vom regionalen Heizungstechniker über den Großhandel und die Schornsteinfeger bis hin zu den Unternehmen der Heizungsindustrie – wird spürbar beeinträchtigt.

„Mit der neuen Informationskampagne setzen wir uns für einen freien und technologieoffenen Wärmemarkt ein, bei dem gleichermaßen effiziente Technologien und erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Jeder Verbraucher sollte frei entscheiden können, wie kosteneffizient und umweltfreundlich er seinen Wärmebedarf decken will. Zudem führt nur der freie Wettbewerb zwischen den Anbietern von moderner Heizungstechnologie zu kostenoptimierten Preisen für den Verbraucher“, erklärt Johannes Kaindlstorfer, Sprecher der Allianz Freie Wärme. In der Startphase setzt die Informationskampagne zunächst auf Aufklärung über klassische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Richtung Endverbraucher, Bau-Profis und Politik. Perspektivisch sollen weitere Maßnahmen wie Aktionen vor Ort, Online-TV-Beiträge und nicht zuletzt Aktivitäten in sozialen Netzwerken wie Facebook ergänzt werden.

02. Die Allianz Freie Wärme (AFW) 

Die Allianz Freie Wärme
Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH)
CSC Consulting GmbH INSTITUT FÜR eTRAINING
Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV)
eka Edelstahlkamine GmbH
Fröling Heizkessel- und Behälterbau Ges.m.b.H.
Initiative Pro Schornstein e.V. Zukunftssicher mit Schornstein
Lohberger Heiz + Kochgeräte Technologie GmbH
ÖkoFEN Heiztechnik GmbH
Olsberg Hermann Everken GmbH
Schiedel GmbH & Co. KG
Schräder Abgastechnologie
Superfire Kamine & Kachelöfen GesmbH
Bundesindustrieverband Deutschland VSE - Fachabteilung Abgastechnik
Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks Zentralinnungsverband (ZIV)

Das Projekt „Freie Wärme“ ist eine Informationskampagne von Initiativen, Unternehmen und Verbänden aus den Bereichen Heizen und Wärme. Als Allianz Freie Wärme (AFW) stehen wir mit der unabhängigen Wahl der Heizungstechnik für einen freien und technologieoffenen Wärmemarkt und sind gegen eine schleichende Zentralisierung durch so genannte „Verbrennungsverbote“ und „Anschlusszwänge“. Wir setzen uns für individuelle Heizsysteme und das Recht der Verbraucher ein, sich unabhängig und frei für das optimale Heizsystem zu entscheiden. Hierzu gehören Öl- und Gasheizungen ebenso wie Holz- und Pellet-Systeme, Wärmepumpen, KWK-Systeme, Kamine und Solarwärmeanlagen. Damit ist Freie Wärme das Gegenteil von zentralistischen Nah- und Fernwärmesystemen, die durch Politik und Industrie forciert werden und den Verbrauchern die Wahl der Wärmequelle nehmen. Unter "Freie Wärme" verstehen wir insofern auch Nahwärme, wenn sich der Kunde freiwillig für deren Nutzung entscheidet.


Umsetzung politischer Ziele mit dezentralen Lösungen
Ohne nachhaltige energetische Modernisierung im Gebäudebestand wird die Energiewende nicht zu schaffen sein. Gut ein Drittel der in Deutschland eingesetzten Energie entfällt auf die Beheizung von Gebäuden. Über 11 Mio. der 16,5 Mio. Gebäude in Deutschland sind Ein- und Zweifamilienhäuser. Beheizt werden die Gebäude von ca. 20,5 Mio. Wärmeerzeugern. Trotz des hohen Wohlstands in Deutschland ist seit einem Jahrzehnt kaum Bewegung im Modernisierungsmarkt. Dies hat zur Folge, dass der Anlagenbestand zu 75 Prozent veraltet ist. Würde er mit moderner Heizungstechnik sowie Kachelöfen auf den aktuellen technischen Stand gebracht, könnte nahezu ein Drittel der 33 Prozent Energie, die auf den Wärmemarkt entfallen, eingespart werden. Dies entspräche über 10 Prozent des deutschen Energieverbrauchs.

Fern- und Nahwärme machen im Vergleich aber nur etwa 12 Prozent der Wärmeversorgung deutscher Häuser aus. Deshalb kommt den dezentralen Strukturen bei der energieeffizienten Wärmeversorgung eine tragende Rolle zu. Zudem genießen die dezentralen Strukturen eine sehr hohe Akzeptanz bei den Bürgern.


Politische Grundsätze der Allianz Freie Wärme
Das deutsche Handwerk mit einem sehr hohen Ausbildungsstand und die deutsche wettbewerbsintensive Heizungsindustrie bieten mit ihren marktwirtschaftlichen Strukturen optimale Systemlösungen für den Wärmemarkt. Planwirtschaftliche Eingriffe stehen diesen bislang sehr erfolgreichen Strukturen und der Interessenslage der privaten Investoren an solchen marktwirtschaftlichen Strukturen diametral entgegen.


Die AFW bekennt sich zu den folgenden Grundsätzen (Kurzfassung):

  • Prinzip der Technologie- und Energieneutralität bei der Verfolgung der energie- und umweltpolitischen Ziele (→ Energieeinsparverordnung, EnEV)
  • Uneingeschränkter Einsatz von Technologien, die basierend auf Richtlinien und Normen am Markt zugelassen sind
  • Entscheidungsfreiheit hinsichtlich des Einsatzes von Energien und Technologien zur Deckung ihres Grundbedürfnisses Wärme, sofern sie bestehenden Normen und Verordnungen etc. entsprechen
  • Die Entscheidungsfreiheit über die wirtschaftlichste Maßnahme für die Bereitstellung von Wärme darf Investoren nicht genommen werden
  • Unterstützung der Ziele der Bundesregierung bei den erneuerbaren Energien im Wärmemarkt: Bis 2020 den Anteil auf 14 Prozent steigern (gegenwärtig ca. 9 bis 10 % des Energiebedarfs)


Hier das Politische Positionspapier downloaden


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03. Aktuelle Verbrennungsverbote und Anschlusszwänge

Verbrennungsverbote & Anschlusszwänge

Zur Zeit gibt es in über 1.000 deutschen Städten und Kommunen
Verbrennungsverbote und Anschlusszwänge.
Beachten Sie hierzu auch die entsprechenden Karten auf unserer Website
(Verbrennungsverbote, Anschlusszwänge).

Wenn Sie sich rechtzeitig gegen Verbrennungsverbote, Anschluss- sowie Benutzungszwänge wehren möchten, so finden Sie hier im Internet entsprechende Tipps und Hinweise worauf Sie zum Beispiel ganz besonders achten müssen.

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04. Förderung statt Verbot – In Bad Salzungen ging es auch anders

Mit der Förderung neuer Heizungs- und Feinstaubfilteranlagen betrat der staatlich anerkannte und renommierte Kurort Bad Salzungen 2012 Neuland. In den letzten Jahren war klar geworden, dass es zu Problemen mit Feinstaub kommen könnte. Um die Luft der Kurstadt für Bürger und Kurgäste langfristig sauber und gesund zu halten entschied man sich aber statt Verbrennungsverboten für eine Richtlinie zur Förderung von Heizungs-Nachrüstungen und den Austausch von Feuerstätten für feste Brennstoffe. Zusammen mit den Schornsteinfegern hatte man nicht über Verbrennungsverbote, sondern über alternative Wege mit Anreizen für die Bürger nachgedacht, mit denen die Feinstaubbelastung in Grenzen gehalten werden kann. Denn Verbote sind erfahrungsgemäß fast immer mit einem hohen Aufwand verbunden, zum Beispiel weil man sie kontrollieren muss. Anreize für moderne Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energien zu bieten, wurde als der bessere Weg empfunden.

So werden ab 1. Januar 2012 Zuschüsse bei der Erneuerung oder Nachrüstung von Heizungsanlagen für feste Brennstoffe gewährt, wenn dies zur Schadstoffreduzierung führt. Maximal 500 Euro können beantragt werden. Das Fördergebiet umfasst die Bad Salzunger Innenstadt.

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05. Pragmatische Lösungen: Regionale Fördermodelle als Chance für die Energiewende

Laut Fachleuten vom Bau können regionale Fördermittel zum Austausch alter Heizungsanlagen gegen neue Heizsysteme ein probates Mittel zur Umsetzung der Energiewende sein. Im staatlich anerkannten Kurort Bad Salzungen hatte man Bedenken wegen einer zu hohen Feinstaubbelastung. Statt ein Verbrennungsverbot für Feststoffheizungen auszusprechen, entschied man sich im Stadtrat für ein gemeinsam mit den Schornsteinfegern entwickeltes Fördermittelkonzept zur energetischen Modernisierung.

Für Energieexperte Dr. Jörg Lenk, Geschäftsführer des Verband für Energiehandel, macht eine solche Förderung für Öfen mit regenerativen Energien auf jeden Fall Sinn, denn Holz ist als nachwachsender Rohstoff CO2-neutral. Zumal moderne Festbrennstoff-Öfen einen bis zu zehnfach geringeren Schadstoffausstoß haben als die veralteten Modelle. Darüber hinaus werden durch auf diese Weise geförderte Modernisierungsmaßnahmen auch schon künftige Vorgaben und Anforderungen an bestehende und neue Feuerstätten im Rahmen der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) berücksichtigt. So entsteht jetzt schon eine spürbare Entlastung der Luft.

Bezirksschornsteinfegermeister Uwe Menzel, der von Beginn an in die Konzeption der Bad Salzunger Fördermitteltrichtlinie eingebunden war, betont, dass es bei der Förderung nicht nur um Scheitholz- oder Pelletfeuerstätten geht, sondern dass der Verbraucher auch eine moderne Öl- oder Gasbrennwertheizung wählen kann. Immer wieder würden die Schornsteinfeger mit ähnlichen Problemen in Kommunen konfrontiert werden. Insofern habe Bad Salzungen auf jeden Fall eine Vorbildfunktion.

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