Häufig gestellte Fragen

FAQ

Fragen und Antworten rund um die Themen „Freie Wärme“, Verbrennungsverbote und Anschlusszwänge.
Wenn Sie weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail.

1. Was ist Freie Wärme?

Freie Wärme steht für individuelle Heizsysteme und das Recht von Bürgern, sich unabhängig und frei für das optimale Heizsystem entscheiden zu können. Hierzu gehören Öl- und Gasheizungen ebenso wie Holz- und Pellet-Systeme, Kamine und thermische Solaranlagen. Damit ist Freie Wärme das Gegenteil von zentralistischen Nah- und Fernwärmesystemen, die durch Politik und Industrie unter anderem über Anschluss- und Benutzungszwänge oder Verbrennungsverbote forciert werden und den Bürgern die Wahl der Wärmequelle nehmen. Unter "Freie Wärme" verstehen wir allerdings auch Nahwärme, wenn sich der Kunde freiwillig für die Nutzung entscheidet und keine kommunalen Zwangsvorgaben bestehen.

2. Was sind Verbrennungsverbote und wo finden sie bereits statt?

Verbrennungsverbote sind kommunale Eingriffe in den Wärmemarkt, wie zum Beispiel die Erzeugung von Heizwärme.
Diese können geschehen durch:

  • Verbrennungsverbote in Bebauungsplänen
  • Festlegungen in Brennstoffverordnungen
  • Anschluss- und Benutzungszwänge in Satzungen
  • Anschluss- und Benutzungszwänge bzw. Verbrennungsverbote in Grundstückskaufverträgen
  • Bestimmungen in Luftreinhalteplänen

Die aktuell verhängten Verbrennungsverbote sehen Sie im Bild anbei.
Weitere Informationen zu Verbrennungsverboten finden Sie unter www.verbrennungsverbote.de

Verbrennungsverbote, Anschlusszwänge & Luftreinhalteplan in Deutschland
Verbrennungsverbote in Deutschland

3. Was bedeutet Anschlusszwang und wo findet er bereits statt?

Anschlusszwänge sind kommunale Eingriffe in den Wärmemarkt und haben die erzwungene Abnahme von Wärme zur Folge.
Diese können geschehen durch:

  • Verbrennungsverbote in Bebauungsplänen
  • Festlegungen in Brennstoffverordnungen
  • Anschluss- und Benutzungszwänge in Satzungen
  • Anschluss- und Benutzungszwänge bzw. Verbrennungsverbote in Grundstückskaufverträgen
  • Bestimmungen in Luftreinhalteplänen

Die aktuell verhängten Anschlusszwänge sehen Sie im Bild anbei.
Weitere Informationen zu Anschlusszwängen finden Sie unter www.verbrennungsverbote.de

Verbrennungsverbote, Anschlusszwänge & Luftreinhalteplan in Deutschland
Anschlusszwängen in Deutschland

4. Was sind zentrale Wärmesysteme?

Der Begriff zentrale Wärmesysteme steht für Nah- und Fernwärmenetze, die je nach Größe, mehrere Häuserblocks, Siedlungen oder ganze Stadtviertel mit Heizungswärme und Warmwasser versorgen. Dabei wird die Wärme zentral in einem Kraftwerk erzeugt und mit entsprechenden Wärmeverlusten über ein Rohrsystem an die einzelnen Häuser verteilt. Die Einrichtung eines Fernwärmenetzes ist äußerst kostspielig, da neben dem Kraftwerk selbst insbesondere das Rohrleitungssystem und dessen Wartung finanziert werden müssen. Mit Anschlusszwängen und Verbrennungsverboten forcieren Kommunen und Gemeinden häufig zentrale Wärmesysteme, um davon wirtschaftlich zu profitieren. Freie Wärmesysteme werden dann oftmals nicht mehr zugelassen.

5. Welche Bedeutung haben dezentrale Versorgungssysteme in?

Dezentrale Versorgungssysteme sind eine Erfolgsstory in Sachen Energieeffizienz. Mehr als 11 Millionen der 16,5 Millionen Gebäude in Deutschland sind Ein- und Zweifamilienhäuser. Fern- und Nahwärme spielen in einigen Regionen Deutschlands eine relativ große Rolle, machen aber nur etwa 12 Prozent der Wärmeversorgung deutscher Häuser aus. Die dezentralen Strukturen speisen sich im Wesentlichen aus Gas mit dem weit verzweigten Energienetz und an zweiter Stelle aus Heizöl. Beide Energieträger können mit moderner Brennwerttechnik und einem anlagentechnischen Wirkungsgrad von 98 Prozent hocheffizient genutzt werden. Sie lassen sich im Übrigen ideal mit solarthermischen Anlagen kombinieren, die wiederum bis zu 20 Prozent der fossilen Energieträger substituieren. Ein noch geringer Anteil der Wärmeversorgung wird durch elektrisch betriebene Wärmepumpen mit einem nennenswerten Anteil an erneuerbaren Energien bereitgestellt. Hinzu kommen Pellets- und Scheitholzzentralheizungskessel, die auf dem nachwachsenden Rohstoff Holz basieren und damit annähernd CO2-neutral Wärme produzieren. Die dezentralen Strukturen genießen hohe Akzeptanz bei den Bürgern und erweisen sich als hocheffizient, wenn der moderne Stand der Technik eingesetzt wird.

6. Warum blockieren zentrale Wärmesysteme wichtige Einsparpotenziale?

Dank der konsequenten Weiterentwicklung individueller Heizungssysteme lassen sich enorme Einsparpotenziale mit Modernisierungsmaßnahmen erzielen. Diese liegen aktuell häufig brach, da für Investitionen angesichts von Anschluss- und Benutzungszwängen eine unsichere Gesamtlage herrscht. Die Folge: Notwendige Investitionen werden verschoben oder ganz gestoppt. Zum Hintergrund: Chart 1 zeigt die immense Bedeutung des größten Energieverbrauchssektors Europas und Deutschlands, den Gebäudebereich, auf. Gut ein Drittel der in Deutschland eingesetzten Energie entfällt auf die Beheizung von Gebäuden. Beheizt werden die Gebäude von 20,2 Millionen Wärmeerzeugern (Chart 2). Trotz des hohen Wohlstands in Deutschland dümpelt der Modernisierungsmarkt seit einem Jahrzehnt vor sich hin mit der Folge, dass der Anlagenbestand zu 75 Prozent veraltet ist. Der Stand der Technik – Brennwert, solarthermische Anlagen, Zentralheizungskessel für feste Biomasse, Wärmepumpen und neuere Systeme wie Mini- und Mikro-KWK – macht gerade einmal 25 Prozent im Bestand aus. Würde der Anlagenbestand auf den Stand der Technik gebracht, könnte gut ein Drittel der 33 Prozent Energie, die auf den Wärmmarkt entfallen, eingespart werden. Dies entspräche über 10 Prozent des deutschen Energieverbrauchs. Hier sind noch nicht die ebenfalls hohen Potenziale berücksichtigt, die durch bessere Wärmedämmung und den Einsatz moderner Fenster erschlossen werden könnten.

Endenergieverbrauch nach Sektoren innerhalb der EU
Gesamtbestand zentrale Wärmeerzeuger 2011

7. Ist die Verdrängung "Freier Wärme" rechtlich legitim?

Die Politik setzt energie- und umweltpolitische Ziele und Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden. Gemäß dem in der Energiewende verankerten Prinzip der Technologie- und Energieneutralität verzichtet die Politik dabei auf Technologievorgaben oder Ordnungsrecht zugunsten bzw. zuungunsten von Energieträgern oder Technologien im Wärmemarkt. Darüber hinaus ist es keine originäre Aufgabe von Städten und Gemeinden, am Energiemarkt zu partizipieren.

Mit dieser marktwirtschaftlich ausgerichteten Energie- und Umweltpolitik bestätigt sich das Prinzip der Energieeinsparverordnung, EnEV, die im Grundsatz auf Technologievorgaben verzichtet und es dem Investor überlässt, mit welchen Maßnahmen er den Anforderungen der EnEV an den Energieverbrauch des Gebäudes gerecht wird.

Wir verlangen, die Technologie- und Energieneutralität im Wärmemarkt auf allen Ebenen konsequent durchzusetzen. Deshalb fordern wir die uneingeschränkte Zulassung, Inbetriebnahme und Nutzung aller heiztechnischen Systeme, die den Normen und bundeseinheitlichen bzw. europäischen Anforderungen entsprechen. Dies gilt logischerweise auch für die in diesen Technologien und Systemen eingesetzten Brennstoffe. Das Projekt "Freie Wärme" unterstreicht die Entscheidungsfreiheit privater und institutioneller Investoren und hält kleinteilige Handelshemmnisse wie kommunale Energie- und Technologieverbote bzw. Anschluss- und Benutzungszwänge für nicht mit EU-Recht vereinbar.

Ist eine Technologie, basierend auf Richtlinien und Normen (CE-konform, Emissionsverhalten im Rahmen ordnungsrechtlicher Anforderungen, Effizienz gemäß Ordnungsrecht etc.) am Markt zugelassen, muss ihre Nutzung explizit und ohne jede Einschränkung allerorts möglich sein.

Verbrennungsverbote für Energieträger, die in probater und zugelassener Anlagentechnik eingesetzt werden, stehen im Übrigen auch im Gegensatz zu Handels- und Wettbewerbsrecht. Es handelt sich hierbei um unzulässige Handelshemmnisse und Wettbewerbsverzerrungen zuungunsten von Herstellern, die nach Recht und Gesetz und auf Basis bestehender Anforderungen Produkte und Systeme konzipiert haben und in Verkehr bringen dürfen.

Haben Sie Fragen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen von Freier Wärme, Anschlusszwängen und Verbrennungsverboten, dann kontaktieren Sie uns bitte direkt per E-Mail.

8. Welche Vorteile bieten marktwirtschaftliche Strukturen im Wärmemarkt?

Charakteristisch für den deutschen Wärmemarkt sind marktwirtschaftliche Strukturen. Die wettbewerbsintensive deutsche Heizungsindustrie steht für Heizungs-Hightech und Innovationen. International nimmt sie technologisch von der Marktbedeutung her die Spitzenstellung ein. Sie bietet für alle Investitionsfälle – Neubau und Gebäudebestand – optimale Systemlösungen mit hoher Effizienz und einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien. Ebenso steht das deutsche Heizungsfachhandwerk für den höchsten Ausbildungsstand, ständige Weiterqualifizierung und Wettbewerbsintensität am Markt.

Das deutsche Handwerk und die deutsche Heizungsindustrie bieten mit ihren marktwirtschaftlichen Strukturen optimale Systemlösungen für den Wärmemarkt. Planwirtschaftliche Eingriffe stehen diesen bislang sehr erfolgreichen Strukturen und der Interessenslage der Investoren an ihnen diametral entgegen. Unter "Freie Wärme" verstehen wir allerdings auch Nahwärme, wenn sich der Kunde freiwillig für die Nutzung entscheidet.

9. Wie wird "Freie Wärme" über die BlmSchV behindert?

Auch über die Bundes-Immisionsschutzverordnung (BlmSchV) werden die Möglichkeiten der Freien Wärme eingeschränkt. So werden beispielsweise Auflagen für freie Wärmequellen eingeführt oder verschärft, so dass diese in der Folge wirtschaftlich weniger attraktiv oder technisch nur schwer realisierbar werden.

Auflagen der Bundes-Immisionsschutzverordnung schränken freie Wärme ein!

10. Wie wird "Freie Wärme" mit der EnEV behindert?

Mit unterschiedlichen Auflagen verhindert die Energieeinsparverordnung (EnEV) die weitere, barrierefreie Nutzung der "Freien Wärme".

11. Wie wird "Freie Wärme" über die Ökodesignrichtlinie (Lot 15/20) behindert?

Die Ökodesignrichtlinie verhindert über verschärfte Auflagen die Nutzung von freier Wärme

Die Ökodesignrichtlinie (Lot 15 für kleine Heizgeräte mit Festbrennstoff und Lot 20 für Einzelraumheizgeräte) verhindert über verschärfte Auflagen für freie Wärmequellen die Nutzung von "Freier Wärme".

12. Wie wirkt sich eine zentrale Wärmeversorgung auf den Wärmemarkt aus?

Investoren darf die Entscheidungsfreiheit über die wirtschaftlichste Maßnahme für die Bereitstellung von Wärme nicht genommen werden. Verbrennungsverbote sowie Anschluss- und Benutzungszwänge verbindet, dass sie oftmals zu höheren Kosten für Investoren zur Bereitstellung von Wärme führen. Diese Zwänge erweisen sich als Kostentreiber. Dies geht im Übrigen besonders zulasten sozial Schwächerer, bei denen der Anteil der Lebenshaltungskosten für die Bereitstellung von Wärme besonders hoch ausfällt.

Eingriff in den Wärmemarkt - Ein Szenario
Auswirkungen zentraler versus dezentraler Wärmeversorgung

13. Warum tragen gerade die privaten Haushalte die Kosten der Energiewende?

Die Energiewende wirkt sich auf Privathaushalte und Industrie unterschiedlich aus. So verteilt sich der Energieverbrauch zu 50 Prozent auf den Bereich Wärme, zu 30 Prozent auf den Bereich Verkehr und zu 20 Prozent auf den Bereich Strom auf. Private Haushalte tragen dabei mit 80 Prozent Wärme (insgesamt 40 Prozent) zur Energiewende bei.

14. Was bedeuten Verbrennungsverbote etc. für erneuerbare Energien?

Die Zielsetzung der Bundesregierung bei den erneuerbaren Energien im Wärmemarkt wird schwieriger zu erreichen. Gegenwärtig decken die erneuerbaren Energien ca. 9 bis 10 Prozent des Energiebedarfs im Wärmemarkt. Deutlich über 80 Prozent hiervon entfallen auf feste Biomasse. Das Ziel der Bundesregierung lautet, bis 2020 den Anteil auf 14 Prozent zu steigern. Auch 2020 – so die Prognose – wird die feste Biomasse nach wie vor über 80 Prozent betragen. Verbrennungsverbote führen die richtige Zielsetzung der Bundesregierung ad absurdum. Die Zielerreichung rückt durch die Verbrennungsverbote in weite Ferne.

15. Warum sind zentrale Wärmesysteme modernisierungsfeindlich?

Im Sinne der ambitionierten und richtigen energie- und umweltpolitischen Zielsetzung der Bundesregierung bedarf es der Deregulierung des Wärmemarktes. Knapp 1.000 Verbrennungsverbote und unzählige regionale bzw. kommunale Anschluss- und Benutzungszwänge von Neubau- und Altbaugebieten widersprechen diesem Grundsatz im Kern und blockieren die dringende Beschleunigung des Modernisierungstempos im Wärmemarkt.

Das Projekt "Freie Wärme" setzt sich für eine bundeseinheitliche Regelung ein, die bestehende Zwangsmaßnahmen auf regionaler und kommunaler Ebene im Wärmemarkt zurückführt. Zugleich soll diese bundeseinheitliche Regelung die Schaffung neuer Zwangsmaßnahmen verhindern.

Das Projekt Freie Wärme sieht den dauerhaften Modernisierungsstau im Gebäudebereich mit großer Sorge und setzt sich gegen die Blockade der energetischen Modernisierung durch Zwangsmaßnahmen ein. Die von den Kommunen und Regionen geforderten Zwangsmaßnahmen und deren Inflationierung verstärken den Stau und führen die energie- und umweltpolitischen Zielsetzungen der Bundesregierung (bzw. der EU) ad absurdum. Unter "Freie Wärme" verstehen wir allerdings auch Nahwärme, wenn sich der Kunde freiwillig für die Nutzung entscheidet.

16. Warum ist freier Wettbewerb wichtig für einen freien Wärmemarkt?

Das Projekt "Freie Wärme" fordert die Respektierung der gesetzlich verankerten Rechte von Industrie und Handwerk als Technologieanbieter bzw. Installateur vor Ort und setzt auf deren wettbewerbsintensive marktwirtschaftliche Strukturen und den hohen technologischen Sachverstand. Zugleich fordert das Projekt "Freie Wärme" die Respektierung der gesetzlich verbrieften Rechte der privaten und institutionellen Investoren, technologische Lösungen für die Verbesserung der Effizienz und den Einsatz von erneuerbaren Energien frei wählen zu können.