Freie Wärme Aktiv "Sonderausgabe"

Freie Wärme Newsletter
Sonderausgabe: Februar 2015

Die Themen im Überblick:

01. Neue Service-Tools der Allianz Freie Wärme: Mit Freie Wärme-Radar immer top informiert

Mit der neuen Web-App „Freie Wärme-Radar“ können künftig alle von kommunalen Eingriffen betroffenen Bürger auf nützliche Informationen und Services zugreifen, wenn sie die Vorteile individueller Heizungssysteme nutzen und etwas gegen Zwangsvorgaben der Städte und Gemeinden tun möchten. Immer öfter verhindern z. B. Verbrennungsverbote, Anschluss- und Benutzungszwänge im Umfeld von Nah- und Fernwärme über viele Jahre hinweg die Unabhängigkeit der Bürger bei der freien Wahl der Heizungstechnik und des Energieträgers. Hocheffiziente Öl- und Gasheizungen ebenso wie Holz- und Pellet-Systeme, Wärmepumpen, KWK-Systeme, Kamin- und Kachelöfen sowie Solarwärmeanlagen sind dann nicht mehr erlaubt. Nicht immer handelt es sich bei diesen monopolistisch geprägten Wärmenetzen auch um die wirtschaftlichste Lösung. Es lohnt sich also für alle Beteiligten, die Zusammenhänge vor Ort zu prüfen.

Web-App „Freie Wärme-Radar“ mit nützlichen Infos und Services
Für alle Bürger, wie z. B. Hausbesitzer, Mieter, Kommunalpolitiker, SHK-Fachhandwerker, Schornsteinfeger, Planer und Architekten, die kommunale Eingriffe rund um Nah- und Fernwärme nicht nur kritisch hinterfragen, sondern in puncto Wirtschaftlichkeit und Unabhängigkeit auch etwas dagegen unternehmen wollen, hat die Allianz Freie Wärme jetzt zwei neue, praxisorientierte Servicetools entwickelt, mit denen die regionale Öffentlichkeitsarbeit vor Ort unterstützt und vereinfacht werden soll:

1. Freie Wärme-Radar:

Die neue, kostenfreie Internetanwendung „Freie Wärme-Radar“ liefert angemeldeten Nutzern kompakt und aktuell nach Postleitzahlen sortierte Neuigkeiten zu Kommunen mit kommunalen Eingriffen. Und zwar im Internetbrowser auf dem PC-Bildschirm, auf Notebooks und allen internetfähigen Endgeräten. Zudem können über die neue Web-App hilfreiche Informationsangebote wie zum Beispiel Berichte vom energiefernsehen.de, Pressemitteilungen, Newsletter, Broschüren abgerufen und für die eigene Arbeit genutzt werden.

2. Info- und Servicepaket:

Aber das Freie Wärme-Radar bildet auch die Plattform für das so genannte „Info- und Servicepaket", das die Allianz Freie Wärme in Kooperation mit dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) erstellt hat. Hier findet man die richtigen Argumente für die Netzwerk-/Pressearbeit sowie seine Aktions-Website. In den zunächst acht Modulen befinden sich unter anderem eine Infobroschüre zur Allianz Freie Wärme, ein Basis-Argumentationsleitfaden mit Informationen zu Nah- und Fernwärmenetzen sowie zu modernen individuellen Heizungssystemen. Des weiteren ein kleines ABC der Pressearbeit und eine Beispiel-Pressemitteilung, die von den Radar-Nutzern kostenfrei heruntergeladen werden können, um ihre Öffentlichkeitsarbeit zu kommunalen Eingriffen möglichst optimal zu gestalten. Wer also auf der Suche nach wirtschaftlichen Lösungen vor Ort ein Netzwerk gegen Nah- und Fernwärme und pro individueller Heizungstechnik aufbauen möchte, erhält unter anderem konkrete Tipps zur Teamzusammenstellung, Themengenerierung, Pressearbeit bis hin zur Websiteerstellung. Hier geht es zur Anmeldung Freie Wärme-Radar

02. Freie Wärme-Radar – schnell und einfach anmelden, Services nutzen

Der Zugriff auf die Informationen und Services im Freie Wärme-Radar ist einfach. Wenn man sich auf www.freie-waerme.de unter „Service“ und „FW-Radar“ mit Vorname, Name und E-Mailadresse angemeldet hat, erhält man per E-Mail einen Zugangslink über den die vorweg genannten Informationen und Module kostenfrei genutzt werden können. Diesen Link kann man auch in die Lesezeichen des Internetbrowsers oder in die Favoriten seines Endgerätes ziehen. Falls es neue Informationen zu Wärmenetzplanungen oder weitere Infomodule im Servicepaket gibt, wird dies allen Nutzern per E-Mail mitgeteilt.


Energiefernsehen.de
hat die neue Web-App getestet. In einem kurzen TV-Beitrag wird gezeigt, wie man sich für das Freie Wärme-Radar anmeldet und fortlaufend Zugriff auf die Informationen und Services der Allianz Freie Wärme hat.

03. Branche plädiert für freie Wärme

Repräsentanten führender Branchenverbände und Institutionen sprechen sich im Zuge der freien Wahl der Heizungstechnik für technologieoffene Lösungen in einem marktwirtschaftlich geprägten Wettbewerb aus, wenn es um die wirtschaftlichsten Konzepte bei der Wärmeerzeugung bzw. -nutzung in den Kommunen geht. 

Johannes Kaindlstorfer

Johannes Kaindlstorfer, Sprecher der Allianz Freie Wärme

„Die Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzen muss gegeben sein. Nur ein neutraler, technologieoffener und damit marktwirtschaftlich geprägter Wettbewerb führt bei der Gestaltung kommunaler Energiekonzepte zu wirtschaftlich und klimapolitisch optimalen Lösungen für alle Beteiligten in Bund, Ländern und Gemeinden. Monopolistisch geprägte, zentrale Wärmenetze mit planwirtschaftlichen Strukturen wirken sich kontraproduktiv auf die Wertschöpfung aus.“ www.freie-waerme.de

Andreas Lücke

Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer beim Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH)

„Im dezentralen Wärmemarkt mit modernen Heizungssystemen liegt der Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende. Nah- und Fernwärme ist oftmals ökonomisch nicht sinnvoll und von Kommunen geforderte Zwangsmaßnahmen zementieren eindeutig den Modernisierungsstau. Zudem werden energiepolitische Ziele konterkariert und der marktwirtschaftlich geprägte Wettbewerb auf Basis des Prinzips der Technologieoffenheit ausgehebelt.“ www.bdh-koeln.de

Andreas Müller

Andreas Müller, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Zentralverband Sanitär Heizung Klima

„Städte und Gemeinden handeln nahezu fahrlässig, wenn sie das SHK-Fachhandwerk mit seinem Know-how nicht in die Planung kommunaler Energiekonzepte einbeziehen. Als ausgewiesene Kenner der individuellen Gebäudestruktur vor Ort sehen wir es sogar als unsere Pflicht an, im Sinne des Gemeinwohls monopolistisch geprägte Planungsprozesse kritisch zu betrachten und bei der Vermeidung von Fehlplanungen konstruktive Unterstützung zu leisten.“ www.zvshk.de

Adrian Willig

Adrian Willig, Geschäftsführer beim Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO)

„Die heute zur Verfügung stehenden hocheffizienten dezentralen Heizsysteme sind in den meisten Fällen kostengünstiger und lassen sich flexibler an zukünftige Anforderungen anpassen als Nah- und Fernwärmesysteme. Sie lassen sich kosteneffizient schrittweise erweitern und ermöglichen die wachsende Einbindung erneuerbarer Energien.“ www.zukunftsheizen.de

Dr. Jörg Lenk

Dr. Jörg Lenk, Geschäftsführer beim Verband Energiehandel e.V. und UNITI-Umweltbeauftragter

„Nah- oder Fernwärme sind trotz hoher Subventionen in der Regel keine billigen Lösungen. Sie bringen für Immobilienbesitzer und Mieter über Jahre hinweg oft höhere Kosten mit sich. So entstehen beispielsweise hohe Energieverluste in Zeiten geringer Wärmeabnahme, da die Wärme ganzjährig über das Netz bereit gestellt wird. Insbesondere dann, wenn Gebäude mit einem immer geringer werdenden Energieverbrauch wie z.B. Niedrigenergiehäuser in Neubau- oder Sanierungsgebieten mit ins Spiel kommen. Außerdem verliert der Wärmekunde über viele Jahre hinweg jegliche Flexibilität bei der Auswahl des Energieträgers und der Heizungstechnik.“ www.veh-ev.de

04. Kommunale Eingriffe kritisch hinterfragen lohnt sich

Wer kommunale Eingriffe kritisch hinterfragen und die Vorteile individueller Heizungstechnik nutzen möchte, der sollte sich gegen die Zwangsvorgaben wehren und die Services im Freie Wärme-Radar bzw. im dort befindlichen Info- und Servicepaket (Modul 3) nutzen.
Interessante Ansatzpunkte zur Kritik gibt es immer wieder, richtiges argumentieren im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit (Modul 4) ist Voraussetzung. Dass sich dies lohnen kann zeigen positive Beispiele aus der Praxis, wenn etwa von staatlicher Seite gegen erhöhte Wärmepreise ermittelt wird, die Kommunen wirtschaftliche Lösungen suchen, statt blindlings irgendwelchen Trends zu folgen oder die Bürger selbst die Initiative ergreifen. So mussten nach einer Überprüfung von 45 Thüringer Fernwärmeanbietern im vergangenen Jahr zu Beginn der Heizperiode acht Energieversorger auf Anweisung der Landeskartellbehörde ihre Preise um durchschnittlich sechs Prozent senken. In der Chiemgau-Gemeinde Unterwössen wurde vom Gemeinderat ein geplantes Nahwärmenetz auf Eis gelegt, weil zwei unabhängige Gutachter die Wirtschaftlichkeit nicht bescheinigten (Oktobersendung des energiefernsehen). Und als die Stadt Zarrentin (Schaalsee) mit umliegenden Gemeinden eine so genannte Anstalt des öffentlichen Rechts zur Energiegewinnung und zum Energievertrieb gründen wollte, aber es ansonsten zum Projekt keine konkreteren Planungen und Informationen für die Bürger gab, fassten diese sich ein Herz und gründeten die Initiative Zukunft Energie Zarrentin (Aprilsendung des energiefernsehen)

Kritisch aber konstruktiv und zum Gemeinwohl der beteiligten Kommunen eröffneten die ehrenamtlich agierenden Bürger den Dialog mit der im Detail zum Teil ahnungslosen Kommunalpolitik. Noch kurz vor der Kommunalwahl im Mai 2014 war die Thematik erst einmal vom Tisch. Von vielen Seiten gab es Lob für die besonnene und beherzte Informationsarbeit der Bürgerinitiative.

Mit der Prüfung der Wirtschaftlichkeit beginnen

Ein guter Ansatzpunkt für konstruktive Kritik ist die Wirtschaftlichkeit von Nah- und Fernwärmenetzen, die aufgrund bauphysikalischer Gesetze in Neubau- und Sanierungsgebieten zunehmend nicht gegeben ist. Dies liegt an den Energieverlusten der im Erdboden verlegten Rohrleitungen: Je länger und weiträumiger diese vernetzt sind, desto höher sind die Verluste. Hinzu kommt, dass neue und sanierte Gebäude den gesetzlichen Vorschriften (EnEV) entsprechend, einen geringeren Wärmebedarf haben. Das führt letztlich zu einer geringeren Wärmeabnahme im Netz. Ein dritter Aspekt ist, dass die Wärmeerzeugung sozusagen als „Abfallprodukt“ der Stromerzeugung stattfindet. Und diese Kraftwerke produzieren Strom und Wärme unter Umständen das ganze Jahr – Sommer wie Winter. Egal, ob es dafür Abnehmer gibt. In den Machbarkeitsstudien werden diese Sachverhalte nicht immer richtig und ausreichend beleuchtet.

05. Aktuell aus den Medien

Aktuelle Medienberichte

In diesen Medien haben wir interessante Berichte rund um
Nah- und Fernwärmeprojekte gefunden. Lesen Sie bitte selbst.

Versorger kassieren ab
MV. Unternehmen verlangen die zweithöchsten Preise. Sinkende Fernwärmepreise für zehntausende Haushalte in MV: Etliche Energieversorger im Nordosten haben offenbar jahrelang zu hohe Preise kassiert und senken jetzt auf Druck der Landeskartellbehörde die Tarife. Die Wettbewerbshüter beim Wirtschaftsministerium hatten seit mehr als zwei Jahren 40 Versorger unter Preiskontrolle gestellt. Neun Unternehmen haben jetzt reagiert und die Preise gesenkt – deutlich um bis zu 40 Prozent, teilte das Wirtschaftsministerium gestern mit.

Heizen lernen von den Dänen
Landesumweltminister Franz Untersteller (Grüne) hat gestern eine Absichtserklärung mit Dänemark unterzeichnet. Künftig wollen beide Länder in puncto Energiewende zusammenarbeiten. Es soll der Auftakt zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit sein: Rund 40 baden-württembergische Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft sind nach Dänemark gereist.

Fernwärme in Chemnitz 20 Prozent teurer!
Chemnitz. Preis-Schock für 1400 Haushalte. Dieser Fernwärme-Preisschock erwischt 1400 Haushalte in Chemnitz eiskalt! Der Energieversorger Eins Energie hat kräftig an der Preisschraube gedreht: Bis zu 20 Prozent mehr sind seit Jahresbeginn fällig.

524.000 Euro mehr für den Stadtsäckel
Bernburg. Diverse Beteiligungen bescheren Bernburg im Jahr 2013 einen Überschuss. Eine seit Jahren verlässliche Einnahmequelle für den Stadtsäckel sind die Konzessionsabgaben durch die Stadtwerke für Strom, Gas und Fernwärme.

Fernwärme in Jena: Preis hat sich in zehn Jahren verdoppelt
Jena. Fernwärme kostet 99,94 Euro pro Megawattstunde. Für 30 000 Jenaer Haushalte steigen und fallen die Preise zugleich. Der ab 1. Januar gültige neue Arbeitspreis klingt mit 99,94 Euro pro Megawattstunde wie ein Kampfpreis aus dem Einzelhandel. Ende 2014 hatte der Brutto-Preis noch bei 98,08 Euro gelegen. Unterm Strich sinkt der Arbeitspreis jedoch leicht, da die Stadtwerke ihren "freiwilligen Nachlass" ­erhöhen, wodurch sich der von den Kunden tatsächlich zu zahlende Arbeitspreis von 96,10 Euro auf 95,33 pro Megawattstunde reduziert. Für eine ­vierköpfige Familie macht das eine Ersparnis von etwa 10 Euro pro Jahr aus. "Dieser Nachlass gilt jedoch ohne Präjudiz und ohne Anerkennung einer etwaigen Rechtspflicht", diesen etwas sperrigen Satz haben die Stadtwerke in ihr aktuelles Preisblatt geschrieben.

06. Aktuelle Verbote

Verbrennungsverbote

Zur Zeit gibt es in über 1.000 deutschen Städten und Kommunen Verbrennungsverbote und Anschlusszwänge. Beachten Sie hierzu auch die entsprechenden Karten auf unserer Website (Verbrennungsverbote, Anschlusszwänge).

Wenn Sie sich rechtzeitig gegen Verbrennungsverbote, Anschluss- sowie Benutzungszwänge wehren möchten, so finden Sie hier im Internet oder im Freie Wärme-Radar entsprechende Tipps und Hinweise worauf Sie zum Beispiel ganz besonders achten müssen.

Fallen Ihnen Planungsvorhaben zu Verbrennungsverboten und Anschlusszwängen auf, dann schreiben Sie uns gerne unter hilfe(at)freie-waerme(dot)de. Sie können kommunale Eingriffe aber auch im Freie Wärme-Radar melden. Wir nehmen dann mit Ihnen Kontakt auf.

07. Termine

Termine

Energiesparmesse Wels (Österreich)
27. Februar bis 01. März 2015
Energiesparmesse Wels

Energy Storage Europe 2015
09. bis 11. März 2015, Düsseldorf
Energy Storage Europe 2015

Weltleitmesse ISH 2015 Frankfurt
10. bis 14. März 2015
Weltleitmesse ISH 2015

25. OTTI Symposium Thermische Solarenergie
06. bis 08. Mai 2015 in Bad Staffelstein (Kloster Banz)
Solarthermie Symposium